Die Nachhaltigkeit hat momentan aufgrund der Corona-Krise nicht soviel Aufmerksamkeit, wie sie eigentlich haben sollte. Um sie wieder ein bisschen mehr in den Fokus der Menschen zu rücken, war Felix Kostrewa vom Wissenschaftsladen Hannover e.V. am 1. Mai bei Faust TV zu Gast, einem neuen Stream-Format, welches vom Kulturzentrum Faust wegen der Corona-Krise ins Leben gerufen wurde.

 

 

Wie geht es dem Wissenschaftsladen?
Um 20 Uhr war Felix in der 60er-Jahre-Halle, die in ein Fernsehstudio umgewandelt wurde, und nahm auf einem Barhocker gegenüber des Moderators Jörg Smotlacha Platz. Natürlich stand erstmal eine Frage im Raum, nämlich wie es dem Wissenschaftsladen zu Corona-Zeiten geht. Felix berichtete vom Leben im Home-Office, dem Einhalten der Abstandsregeln im Büro, dem Montagsgespräch der Menschen im Wissenschaftsladen, das nun immer per Videokonferenz stattfindet, den Webinaren, an denen jetzt viele teilnehmen und der gründlichen Bearbeitung der Homepage. „Wir als Wissenschaftsladen können zu jeder Zeit wissen schaffen und festhalten, denn Bücher lesen geht immer“, sagte der Geschäftsführer des Wissenschaftsladens. „Leider mussten wir auch viele Veranstaltungen absagen, trotzdem gibt es am 8.Mai eine Livestream-Diskussion, die sich mit der Frage „Geld oder Leben“ in der Corona-Krise beschäftigt.“ Auf die Frage des Moderators, was denn gerade am wichtigsten für die Arbeit sei, meinte Felix: „Auf jeden Fall die Suche nach einer zweiten Person, die Lust hat, ab August ein FÖJ bei uns zu machen und dazuzulernen.“ Außerdem ist für den September ist trotzdem noch eine neue Saison des „Cinema del Sol“ geplant. Dazu sah man nun den Trailer des besagten Solar-Kinos, dass an verschiedenen Orten, wie zum Beispiel grünen Wiesen, Filme zeigt. Als Vorprogramm gibt es einige Informationsvideos zum Klimaschutz, danach folgt ein Unterhaltungsfilm.

 

Wo bleibt die Nachhaltigkeit in der Corona-Zeit?

Ob das „Cinema del Sol“ stattfinden kann, ist noch ungewiss. In Hannover gibt es bald ein Autokino und auch Autokonzerte. Keine so gute Idee, meint Felix, schließlich sollte man auch in dieser Zeit auf die Nachhaltigkeit achten und lobte Faust-TV dafür, dass dieses Format den verschiedesten Menschen eine Art Bühne gibt. Ein großes Problem in der Corona-Zeit sind auch die vielen Verpackungen, wie zum Beispiel Einwegbecher, die nun wegen der Hygieneregeln wieder vermehrt benutzt werden. „Man sollte darauf achten, so wenig Verpackungen wie möglich zu benutzen und auch, wenn es nicht berufsbedingt sein muss, Einweghandschuhe lassen.“, appelliert Felix. „Außerdem sollte man die Sachen dann ordnungsgemäß entsorgen und nicht einfach in die Landschaft schmeißen.“ Smotlacha fragt schließlich, ob sich die Politik, die ja nun auf Virologen hört, nach der Corona-Krise auch mehr auf die Klimawandelspezialisten verlässt. „Ich hoffe, dass die Menschen sich auch nochmal selber hinterfragen, was sie eigentlich wirklich brauchen“, sagte Felix. „Wir sehen jetzt, dass wir fähig sind, unser Leben zu verändern. Wenn wir aus dem jetzigen Vehältnis zwischen der Wissenschaft und der Politik etwas lernen und das auf die Klimakrise beziehen, dann können wir etwas Spannendes daraus entwickeln.“

 

Das Interview ist auf unserem Youtube-Kanal zu finden.