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Diskussionen finden auch während der Corona-Krise statt - dann eben als Webinar

Freitagabend finden sich über 80 Teilnehmer*innen - von zuhause aus - beim Webinar zusammen, um gemeinsam über das Verhältnis von Wissenschaft und Politik im Angesicht von Notständen mit dieser Krise zu diskutieren. Bei der Online-Paneldiskussion sprechen vier geladene Ökonom*innen über die Fragen, wie Gesundheit und Wirtschaft aus wirtschaftsethischer Sicht abgewogen werden können, welche Rolle hierbei das neoliberale Wirtschaftssystem spielt und welche Chancen die aktuelle Situation mit sich bringt.

 

Das Leben der Wirtschaft versus Menschenleben

„Die wirtschaftlichen Folgen des Log-Downs kosten auch Menschenleben. Daher dürfen die wirtschaftlichen Ressourcen hierbei nicht vergessen werden.“, fordert Dr. Joachim Lange von der Evangelischen Akademie Loccum.

Es gäbe keine Aufrechnung von Menschenleben und wirtschaftlichen Verlusten, so Dr. Sabine Johannsen, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Auch sie fürchtet eine Überstrapazierung des Wirtschaftssystems und sieht hier vor allem eine falsche Prioritätensetzung in den Unterstützungsmaßnahmen: Statt Bundesliga plädiert sie für eine Unterstützung der Kultur, damit der Sektor nicht ausstirbt

 

Jeder kann zu Wort kommen

Im Chat können Teilnehmer*innen des Webinars parallel Fragen stellen, die Moderator Felix Kostrzewa vom Wissenschaftsladen Hannover an die Referent*innen weitergibt. Ein reges Gespräch entsteht, fast so, als seien alle Beteiligten an einem Ort versammelt.

Die Frage nach einem möglichen Strukturwandel beantwortet Prof. Dr. Stephan Thomsen, Institut für Wirtschaftspolitik an der Leibniz Universität Hannover, mit „Wenn nicht jetzt, wann dann?“. Dennoch fehle ihm in den bisherigen politischen Ansätzen der innovative Aspekt zu unterstützenswerten Mobilitätskonzepten rund um Autoindustrie und Flugverkehr.

Prof. Dr. Silja Graupe, Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung schlägt einen radikaleren Wandel vor, ein Umdenken des gesamten Bildungssystems: „Wir müssen lernen mit Unsicherheiten umzugehen. Dass solche Pandemien kommen, sei klar. Um neue Wege zu gehen und Möglichkeiten situativ zu entwickeln, brauche es klare Bildungskonzepte.

 

Möglichkeiten, sich selbst einzubringen

Neue, progressive Wege in den Wirtschaftswissenschaften gehen, das will auch die Gruppe rund um die „Plurale Ökonomik Hannover“, die die Veranstaltung federführend organisiert hat.

Wer Lust hat, hier mitzuorganisieren, kann sich unter:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden. Die ursprünglich geplanten Workshops zu “Perspektiven einer pluralen Ökonomik” sowie die Abendveranstaltung “Imagination und Zukunftsgestaltung. Die Rolle der Ökonomie” in der Jugendkirche Hannover sind auf den 20. November 2020 verschoben.

Speaker

  • Prof. Dr. Silja Graupe, Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung

  • Dr. Sabine Johannsen, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst

  • Prof. Dr. Stephan Thomsen, Institut für Wirtschaftspolitik an der Leibniz Universität Hannover

  • Dr. Joachim Lange, Evangelische Akademie Loccum

 

Wer es verpasst hat, kann es hier nochmal in ganzer Länge anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=S6tuD0CGfys&feature=youtu.be

Mehr Informationen: http://plural-hannover.de/

 

(CosG, 12.05.2020) (fK 2020-06-19)