Voll besetztes Haus. Über 170 Gäste drängen sich bis zu den Steh- und Bodensitzplätzen im Kleinen Saal des Pavillon am Weißekreuzplatz am 08.05.2019. Auf Einladung des Wissenschaftsladen und des Pavillons ist einer der führenden Intellektuellen der Republik nach Hannover zurück gekommen.

 

Zurück gekommen, weil der Autor, Stiftungsgründer und Professor einst in Hannover begann, den anlassgebenden Gorleben-Trek als Zeitzeuge erlebte und auch einer der Gründer des Wissenschaftsladen gewesen ist. Heute jedoch ist sein Mittelpunkt Berlin und die trendprägende "FuturZwei"-Stiftung mit ihrem Wissen um "Ich werde gewesen sein" und vielen Beispielen alternativen Lebens inmitten des Falschen.

 

Legostein-Theorie des Utopischen

 

So hatte Professor Welzer nach einer kurzen Lesung aus seinem neuen Buch vor allem auch viele, inspirierende Geschichten und Erlebnisse vorzutragen, die das Publikum teilweise mit hörbarer Freude aufnahm. Geradezu diebisch freut er sich, wenn sein Konzept der Legostein-Utopie von der "Qualitätspresse als infantil" bezeichnet wird, er es aber weiterhin "voll cool" findet. Und sein Publikum, von alten Weggefährten, ehemaligen Studierenden bis zu jungen Neuinteressierten scheint alles dabei, freut sich mit ihm, teilt mit ihm die Ablehnung zu bestimmten Konsumstilen und den Unmut über bestimmte PolitikerInnen. Beispiele und Anektdoten solcher Legosteine einer anderen Realitätserzählung beherrschen den Abend.

 

Als im Gespräch mit Susanne Müller-Jantsch, Geschäftsführerin des Kulturzentrums, das Mikrofon auch für die HörerInnen geöffnet wird, bleibt es aber auch bei den üblichen besorgten Fragen eher beim Appell an die Eigeninitiative "Diese Frage [wo Sie aktiv werden] müssen Sie sich selbst beantworten." und nach der ersten Enttäuschung erinnert man sich, dass man es mit einem Sozialpsychologen zu tun hat, der wahrscheinlich weiß, dass nur die eigene Entscheidung so richtig nachhaltig wirkt. Heißt doch sein erstes Bestsellerwerk nicht umsonst "Selbst Denken" und mahnt er stets zum eigenen Mut. So eben auch an diesem Abend, wo es um Legosteine geht, die wir als Gesellschaft freier zusammen setzen dürften, wenn wir es denn täten.

 

Fortsetzung folgt: Jasmin Mittag hat das Buch auch vorgelesen

 

Ein voll besetztes Haus löst sich auf am Ende des Abends. Einige Menschen bleiben noch sitzen und diskutieren miteinander. Andere stehen beim Büchertisch und lassen sich einen Titel signieren. Manche werden vielleicht wieder kommen, wenn der Wissenschaftsladen am 29.05. auf dem Faustgelände in kleinerem Kreis mit Jasmin Mittag aus dem Buch vorlesen lässt und mit Felix W. Kostrzewa als Moderator ein Raum für gemeinsame Diskussion ist. Es könnte alles anders sein? "Es könnte alles anders sein"

 

Wir, der Wissenschaftsladen Hannover e.V. sagen jedenfalls DANKE für diesen inspirierenden Abend an Referent und Kooperationspartner.

Bitte für den 29.05. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
(fKo; 09.05.19)